Jean Giraud
Jean Giraud (*1938 in Nogent-Sur-Marne, †2012 in Montrouge, Frankreich), bekannt unter dem Künstlernamen Moebius, zählt zu den einflussreichsten Bande-Dessinée-Künstlern des 20. Jahrhunderts. Mit seinen Fantasy-, Science-Fiction- und Westernarbeiten, gezeichnet in einem surrealen, bisweilen fast abstrakten Stil, prägte er das Medium Comic nachhaltig. Nach seinem Studium an der École des Arts Appliqués begann er Anfang der 1960er-Jahre seine Karriere und etablierte sich rasch in der frankobelgischen Comicszene.
Zu seinen bekanntesten Werken zählen Arzach, Die hermetische Garage sowie die Westernserie Blueberry, die er gemeinsam mit Jean-Michel Charlier schuf und die zu einem Meilenstein ihres Genres wurde. 1974 gründete er zusammen mit Philippe Druillet und Jean-Pierre Dionnet das Magazin Métal Hurlant, das sich Science-Fiction, Fantasy und experimentellen Comics widmete. Kurz darauf war er Mitbegründer des Verlags Les Humanoïdes Associés, der eine neue, unabhängige Plattform für ambitionierte Comics schuf und die internationale Entwicklung des Mediums maßgeblich beeinflusste. In den 1980er-Jahren schuf er mit dem Regisseur und Autor Alejandro Jodorowsky unter anderem die Comicserie Der Incal.
Darüber hinaus arbeitete Giraud als Konzeptdesigner und Storyboard-Künstler an Filmen wie Alien, Tron und The Fifth Element sowie an einer nie realisierten Verfilmung von Dune, die er wiederum gemeinsam mit Alejandro Jodorowsky entwickelte.