Das Gilgamesch-Epos zählt zu den ältesten Werken der Weltliteratur. Seine Ursprünge reichen mehr als viertausend Jahre zurück, in die frühen Hochkulturen Mesopotamiens zwischen Euphrat und Tigris. Auf Tontafeln in Keilschrift wurde die Geschichte des sagenhaften Königs von Uruk überliefert – und geriet nach dem Untergang dieser Kulturen für mehr als zweitausend Jahre in Vergessenheit.
Erst im 19. Jahrhundert wurden in den Ruinen von Ninive Tausende Tafeln und Fragmente aus der Bibliothek des assyrischen Königs Assurbanipal entdeckt. Unter ihnen befanden sich Teile des Gilgamesch-Epos. Zerbrochene Bruchstücke mussten zusammengesetzt, beschädigte Zeichen entziffert und die akkadischen Texte übersetzt werden – ein wissenschaftliches Puzzle, an dem bis heute gearbeitet wird. Für besonderes Aufsehen sorgte 1872 die Entdeckung einer Fluterzählung, die deutliche Parallelen zur biblischen Sintflut aufweist.
Dieser Comic erzählt von Gilgamesch, dem mächtigen König von Uruk, und dem wilden Enkidu. Aus Gegnern werden Gefährten; gemeinsam treten sie eine gefährliche Reise an und stellen sich ungeheuren Kräften. Doch hinter den Abenteuern stehen zeitlose Fragen nach Freundschaft, Verlust, Vergänglichkeit und den Grenzen menschlicher Macht.
Die Comicfassung entstand Ende der 1950er Jahre für die mexikanische Reihe Tesoro de Cuentos Clásicos. Gezeichnet wurde sie von Delia Larios, einer Pionierin des mexikanischen Comics. Ihr eleganter, detailreicher Stil gibt dem uralten Stoff eine besondere erzählerische Kraft.
Das Titelbild der deutschen Ausgabe schuf Ertugrul Edirne. Die neue Kolorierung von Toni Rohmen verleiht den historischen Zeichnungen Tiefe und Lebendigkeit – und lässt eine der ältesten Erzählungen der Menschheit in eindrucksvoller neuer Gestalt erscheinen.